Wenn die Eisblumen blühen

 

eisblumen

Die milden Temperaturen, die noch vor wenigen Wochen herrschten, scheinen wie eine weit entfernte Erinnerung. Schnee und Frost haben sie abgelöst und unsere Region ganz und gar im Griff.

Krokusse und Schneeglöckchen, die eigentlich schon gerne den Frühling einläuten wollten, sind jetzt gut versteckt unter der weißen Pracht. Heute blühen nur noch die Eisblumen und malen ihre zarten Muster an die Fenster des Gartenhäuschens.

Diese bittere Kälte lockt auch eine immer größer werdende Schar von Vögeln in unseren Garten, die anderswo nichts mehr zu fressen finden. Sie picken an der hartgefrorenen Erdnussbutter und leeren in Rekordzeit die Futterstation. Wenn alles weg ist, wird ihr sonst so melodisches Gezwitscher dann zu einem panischen, lauten Schimpfen.

Die Vögel haben mich bereits gut erzogen, denn sobald ich ihre Beschwerden höre, gehe ich brav nach draußen und friere mir beim Auffüllen ihres Futters die Finger ab. Ich kann sie ja schließlich in dieser Eiseskälte nicht hungern lassen.

 

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Der Frühling wurde auf Eis gelegt

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Nein, es handelt sich sich hier nicht um die eingeschneiten Zipfelmützen der sieben Zwerge. Es sind die ersten Frühlingsboten: Krokusse.
Vor wenigen Tagen konnte ich an diesen Blüten die erste Biene des Jahres sehen, die sich schon wagemutig aus ihrem Stock getraut hatte. Aber da sich das Wetter nun scheinbar wieder daran erinnert, wie es sich Anfang Februar zu benehmen hat, wurde den Krokussen eine Zwangspause auferlegt und sie müssen geduldig auf die Sonne warten.

Es lebe das Totholz!

baumpilze

Das milde Wetter der letzten Tage hat mich natürlich in den Garten gelockt. Und da sah ich nicht nur die ersten Frühlingsblumen zaghaft austreiben, sondern auch das eifrige Wachstum der Baumpilze am Totholz.

Vor Jahren habe ich angefangen, mehr und mehr Holz als Biotope in den Garten zu integrieren: Erst eine große dicke Baumscheibe, dann hier ein Stück Stamm und da eines, danach kleinere, lose Stapel und dazu noch Äste und Stämme als Beeteinfassungen.

Seitdem beobachte ich und bin immer wieder fasziniert von der unheimlich vielfältigen und großartigen Lebendigkeit, die im sogenannten Totholz steckt: Pilze, Moose, Käfer, Wildbienen und mehr tummeln sich darin. Die tierischen Bewohner halten sich zwar meist gut versteckt, die „Schwammerl“ wachsen jedoch gut sichtbar daraus hervor. Ihre Farben und Formen wirken bizarr und fremdartig, aber ich mag sie trotzdem – oder genau deswegen. Denn warum sollte man Schönheit nur in großen, bunten Blüten suchen?