Unsere besten Bienenweiden im April

Zwetschgenblüte mit Honigbienen

Der April bietet einen üppig gedeckten Tisch. Es ist die Zeit der Obstbaum- und Beerenblüte. Etliche Stauden öffnen ihre Blüten und es gibt noch die letzten Frühblüher, die teils schon im März zu finden waren, wie zum Beispiel Traubenhyazinthen. Bei all dieser Pracht sind jetzt endlich (Wild-)Bienen in wirklich großer Zahl bei ihrer geschäftigen Nahrungssuche zu beobachten.

Unsere beliebtesten Trachtpflanzen in diesem wechselhaften Monat:

 

Judasbaum als BienenweideJudasbaum (Cercis siliquastrum)

Wenn dieser Baum in voller Blüte steht, werden die meisten anderen Trachtpflanzen mehr oder weniger ignoriert. Hier trifft sich alles, was Nektar sammelt.

Einer der Stämme unseres Judasbaums ist vor Jahren abgestorben: Das waren dann magere Jahre für die Bienen. Inzwischen hat er sich aber zum Glück erholt und ist wieder die unangefochtene Nummer 1 unseres Gartens.

Es ist wirklich schade, dass man den wunderschönen Judasbaum hier so wenig kennt und so selten antrifft!

 


Lungenkraut als BienenweideGeflecktes Lungenkraut (Pulmonaria saccharata)

Diese Staude für schattige Ecken des Gartens hat viel zu bieten. Die Besonderheit ihrer Blüten: Sie sind zunächst rosa, färben sich dann aber blau. Besonders Hummeln kommen hier zahlreich zu Besuch.

Die Blütezeit ist leider bald vorbei, doch die gepunkteten Blätter sehen auch später noch gut aus im Staudenbeet.

 

 


Blutjohannisbeere als BienenweideBlutjohannisbeere (Ribes sanguineum)

Zu ernten gibt es an diesem Strauch für uns nichts, er dient nur der Zierde. Aber er ist erfreulicherweise recht insektenfreundlich – was man ja nicht von jedem Zierstrauch behaupten kann.

Bienen, Hummeln und kleine Wildbienen gleichermaßen treffen sich hier zur Nahrungsaufnahme.

 

 


Zwetschgenbaum als BienenweideObstbäume

In unserem alten Zwetschgenbaum klingt es bei schönem Wetter, als würde ein größerer Generator laufen. Es summt und brummt, dass es eine wahre Freude ist. Wenn man bedenkt, dass andernorts Menschen selbst in Handarbeit ihre Obstbäume bestäuben müssen… es ist ein Segen!

Unser Apfelbaum ist wesentlich kleiner, aber auch hier tummeln sich Bienen – er blüht heuer so gut wie nie zuvor. Und hoffentlich blüht bald unsere neue Aprikose und wird damit ebenfalls ein neues Revier für die Bienen.

 


Felsenbirne als BienenweideKupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii)

Sie ist ein Tausendsassa und deswegen gleich mehrfach in unserem Garten zu finden: Dieser lichte kleine Baum ist anspruchslos, wird nicht zu groß, ist im Frühjahr übersät mit weißen Blüten, versorgt die Bienen, bietet schmackhafte Beeren für uns und die Vögel und hat auch noch eine wunderbare Herbstfärbung. Was könnte man mehr wollen?

 

 


Beerensträucher als BienenweideJohannis, Josta- und Stachelbeeren (Ribes)

Johannisbeeren (egal welcher Farbe), Stachelbeeren sowie deren Kreuzung, die Jostabeere, haben eher unscheinbare und kleine Blüten. Aber es ist eine Freude zuzuschauen, wie viele Wildbienen hier anzutreffen sind.

Am  häufigsten sehe ich die rotpelzige Sandbiene (Andrena fulva) – mit ihrer roten Färbung eine besonders auffällige und hübsche Vertreterin der heimischen Wildbienen.

 


Honigbeere / MaibeereHonig- oder Maibeere (Lonicera kamtschatica)

Auch ein Beerenstrauch, jedoch nicht so bekannt wie andere. Dieses niedrige, verholzende Geißblattgewächs lockt Insekten mit seinen gelben Blüten an. Später dürfen wir uns dann über seine leckeren, dunkelblauen Früchte freuen, die ganz einzigartig im Geschmack und früh zu ernten sind.

 

 

 


Balkan-Windröschen als Bienenweide
Balkan-Windröschen (Anemone blanda)

Wie ich diese kleinen blauen Blumen liebe! Sie verwildern mit der Zeit und breiten sich gemächlich im Garten aus. Egal ob im Beet oder in der Wiese, im Schatten oder in der Sonne: Sie sind recht anpassungsfähig, was ihren Standort angeht.

Bald werden sie sich wieder in die Erde zurückziehen und bis zum nächsten Frühling Platz machen für andere Stauden.

 


Wildtulpe als BienenweideWildtulpen (Tulipa sylvestris, tarda und andere)

Die auffallenden und großen Vertreter der Tulpen finden kaum Beachtung. Ganz anders sieht es dagegen bei den kleinen Wildtulpen aus, die sind immer gerne gesehen bei unseren Honigsammlern.

Da sie zwar etwas kleiner, dafür aber ebenso farbenfreudig wie die großen Tulpen sind, pflanze ich sie gerne an.

 

 


Zierquitte BienenweideZierquitte (Chaenomeles speciosa / japonica)

Dieser Strauch taugt für weit mehr als nur zur Zierde. Die roten Blüten haben eine Menge Pollen und Nektar im Angebot und werden dementsprechend gerne angeflogen.

Die zitronengelben Früchte, die sich später entwickeln, kann man entweder ernten und weiterverarbeiten oder man lässt sie den Winter über am Strauch: Die Vögel freuen sich darüber!

 

 


Löwenzahn als BienenweideLöwenzahn und andere Wiesenblumen

Bienenfreundlich ist ja nicht nur das, was wir in unseren Beeten anpflanzen, sondern selbstverständlich auch das, was die Natur von sich aus in unsere Gärten bringt – wenn wir sie nur lassen.

In unserer Rasen-/Wiesenfläche blühen im Moment Löwenzahn (heiß begehrt), Günsel (ebenso), Lichtnelken und Ehrenpreis. Zahlenmäßig am meisten vertreten sind die Gänseblümchen; die finden leider bei den Bienen weniger Beachtung, aber dafür lieben unsere Kinder sie umso mehr.

5 Gedanken zu „Unsere besten Bienenweiden im April

  1. Eine sehr schöne Zusammenstellung mit tollen Fotos – und eine gute Idee, die bienenfreundlichen Pflanzen über die Monate hinweg zu sammeln. Einen Teil der Pflanzen kenne ich natürlich aus unserem Garten, die anderen sind eine gute Ideenanregung. Tatsächlich haben wir natürlich auch die ganze Zeit über Bienen im Garten, aber ich habe keinen Überblick, was sie wann besuchen.

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    1. Ich wollte ursprünglich einfach mal beobachten, wie gut (Wild-)Bienen meine einzelnen Pflanzen tatsächlich annehmen. Da gab es durchaus Überraschungen für mich. Einige Pflanzen, von denen ich mehr erwartet hätte, werden nur mittelmäßig besucht. Dafür gibt es andere, teils recht unscheinbare (Fenchel zum Beispiel), die ein absolutes Highlight darstellen.

      LG Steffy

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  2. Eine schöne Aufstellung! 🙂
    Die Maibeere kenne ich gar nicht, und bei uns sind auch die Traubenhyazinthen derzeit sehr beliebt, vor allem bei „den kleinen“. Momentan allerdings ist es richtig kalt, da fliegt nix. Aber immerhin regnet es ein wenig dazu, und ab Mittwoch soll es langsam besser werden.

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    1. Also die Maibeere kann ich nur empfehlen, die ist so lecker! Schmeckt so ein wenig wie wilde Heidelbeeren aus dem Wald und weckt bei mir deswegen jede Menge Kindheitserinnerungen.

      Hier bei uns ist es im Moment auch nass, kalt und ungemütlich. Die Bienen machen Pause, aber zum Glück waren sie davor schon in all unseren Obstbäumen aktiv, um sie zu bestäuben und unsere Ernte zu sichern. 😉
      LG Steffy

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  3. Das ist ja toll. Danke für die interessante Auflistung. Ich werde wohl einen Judasbaum kaufen als Ersatz für die von Hitze und Borkenkäfer abgetöteten, vierzigjährigen Fichten im Garten… Und für das Lungenkraut habe ich auch noch das eine oder andere Plätzchen. 🙂

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