Mittlerer Weinschwärmer als Hausgast

Mittlerer Weinschwärmer

Wir hatten einige Zeit lang einen Hausgast und das kam so:
Beim Umgraben im Gewächshaus kam in der Erde ein beachtlich großer Kokon zu Tage – kein Vergleich mit den Winzlingen der Kohlweißlinge, von denen wir so viele finden.

Kokon mittlerer WeinschwärmerWer wohl darin wohnte? Mein erster Verdacht war kleiner oder mittlerer Weinschwärmer, denn das sind die häufigsten großen Nachtfalter in unserem Garten.

Eigentlich ohne es zu wissen und ohne Absicht wurde von uns eine Ecke des Gartens so bepflanzt, dass die sich hier pudelwohl fühlen, mit Wein, Seifenkraut, Phlox, Fuchsien und Nachtkerzen. Sie treten nicht in Massen auf, aber wir sehen doch immer wieder einmal eine Raupe oder einen Falter dieser Arten.

 

Raupe mittlerer Weinschwärmer

Aber was macht man nun mit dem Kokon? Ich wusste nicht, ob die Hitze im Gewächshaus ihm schaden würde und um ihn herum waren deutlich mehr Ameisen, als mir lieb war. Eine kurze Internetrecherche half schnell und zeigte mir, dass ich den Kokon im Haus schlüpfen lassen konnte (siehe hier: Link). Also packte ich ihn kurzerhand in ein neues Zuhause bestehend aus einer abgeschnittenen PET Flasche, ausgelegt mit einem dicken Streifen Küchenkrepp und mit Netz darüber.

Kokon im Aufzuchtbehälter

Nachdem der Kokon sauber und ordentlich verpackt war, hieß es nun warten und dabei regelmäßig leicht befeuchten.

Circa einen Monat Geduld musste ich aufbringen, in der meine Sorge um den Kokon wuchs. War der Schmetterling darin heil und gesund und machte ich auch alles richtig? Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, aber dann kam plötzlich Leben auf in der PET-Flasche. Der Kokon begann sich vermehrt zu winden und zu drehen. Der Falter konnte jetzt nicht mehr lange auf sich warten lassen, sagte ich mir.

Tatsächlich kam zu meiner großen Freude am Vormittag zwei Tage darauf ein Traum in Pink und Olivgrün zum Vorschein. Und so sah er aus:

 

Frisch geschlüpfter mittlerer Weinschwärmer
Die Flügel sind gleich nach dem Schlüpfen winzig, sie müssen sich erst noch entfalten.
geschlüpfter mittlerer Weinschwärmer
Langsam aber sicher werden die Flügel größer…
Mittlerer Weinschwärmer
… bis sie schließlich ihre volle Pracht erreicht haben.

 

Mittlerer Weinschwärmer

Natürlich blieb uns jetzt noch eine wichtige Sache zu tun, nämlich den Falter in die Freiheit zu entlassen. Wettertechnisch hatte er ja mit den aktuellen sommerlichen Temperaturen Glück für den Start seines Schmetterlingsdaseins.

Wir brachten ihn an einen geschützten Platz, wo ihn kein Vogel finden konnte, und ließen ihm dort seine Ruhe.

Inzwischen ist er davongeflogen. Aber wer weiß, vielleicht sind die nächsten Raupen, die wir im Garten finden, seine (oder ihre?) Nachkommen.

 

13 Gedanken zu „Mittlerer Weinschwärmer als Hausgast

  1. Man kommt richtig ins Schwärmen bei deinen Fotos. Fragt sich nur noch, warum ein Falter, der so schön gefärbt ist, in der Nacht unterwegs ist. Da sieht ihn ja niemand. Oder vielleicht doch? Ich kann mir gut vorstellen, dass der auf verschiedenen Pflanzen gar nicht auffällt.

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