Noch viel mehr Schnee

Kugeldistel im SchneeHatte ich nicht vor einigen Tagen behauptet, wir hätten viel Schnee?

Okay, ich nehme das zurück.

JETZT haben wir viel Schnee.

Tendenz steigend.

Ich versinke bis über die Knie, die Kinder stellenweise bis zum Bauch. Eines unserer Hochbeete ist quasi verschwunden.

Die Straßen sind dicht, Dächer werden abgeräumt, Supermärkte geschlossen. Alle Kinder freuen sich, weil sie nicht zur Schule müssen, und die Erwachsenen ächzen unter der Last auf ihren Schneeschaufeln. Doch kaum hat man einen Weg freigeräumt, liegen auch schon die nächsten Zentimeter wieder drauf.

 

Heftiger Schneefall

Die Blumen unseres Gartens liegen ja gut geschützt und isoliert unter dieser dicken Schneedecke, um die muss ich mir keine Gedanken machen. Doch die Bäume und Sträucher machen mir zunehmend Sorgen. Ich musste viele freischütteln, damit keine weiteren Äste abbrechen, denn selbst kleine Zweige tragen eine hohe Kapuze aus Schnee.

Buchfinken im Schnee

Und die Vögel?
Sie sitzen aufgeplustert herum und zwitschern äußerst lautstark. Sie scheinen vehement gegen das Wetter protestieren zu wollen. Kein Wunder, denn es waren heute Morgen alle Futterstellen komplett eingeschneit und nicht mehr zugänglich. Inzwischen geht es wieder und nun streiten sie wie wild um die Plätze am Futterhaus. Sie wirken allesamt ausgehungert, was ja verständlich ist: Es braucht schon einiges an Energie, um sich bei einem solchen Wetter warm zu halten. Wirklich, ich beneide sie nicht…

Vögel im Winter

Allen, die im Moment ähnliche Witterungsverhältnisse haben wie wir, kann ich nur sagen: Passt auf euch auf!

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Schnee, Schnee und nochmals Schnee

Buchfink im Schnee

Unser Garten ist verschwunden!
Eine dicke, weiße Decke hat fast alles unter sich begraben. Hier und da spitzt etwas daraus hervor, zum Beispiel die Spitzen der Johannisbeeren und die obere Hälfte der Rosenbüsche. Selbst an den großen Heckensträuchern und Bäumen klebt an allen Seiten der Schnee und sie biegen sich bedenklich unter dieser kalten Last oder sind gar schon umgeknickt.

Ich versinke so tief  im Schnee, dass er von oben in meine Stiefel fällt. Und so mussten wir erst Wege freischaufeln, um an unser Brennholz und zum Futterhäuschen der Vögel zu gelangen. Denn die möchte ich bei diesem Wetter keinesfalls hungern lassen. Man kann sie nur bedauern im Moment, ihr Gefieder ist nass und zerzaust. Hinzu kommt noch, dass sie vor lauter Schnee kaum landen können.

ZeisigJe kälter und ungemütlicher es wird, desto mehr Vogelarten tauchen im Garten auf: Buchfinken, Stieglitze, diverse Meisen, Spatzen, Rotkehlchen und Amseln werden von der Witterung in Scharen zum Futter getrieben.
Sogar eine Vielzahl von Erlenzeisigen ist schon da, obwohl die in der Vergangenheit erst gegen Ende des Winters zu uns kamen. Vielleicht liegt es ja an der Heftigkeit der Schneefälle, dass sie uns schon so früh aufsuchen. Oder es liegt an unserer neuen Futtermischung für die Piepmätze, die jetzt auch Hanfsaat enthält. Den Zeisigen schmecken aber offensichtlich auch die verbliebenen Samen unserer Kugeldisteln und die Zapfen unserer großen Thuja, die ihnen zugleich als Versteck dient. Dort sind sie wenigstens einigermaßen vor Wind und Schnee geschützt.

Feldsperling, Stieglitz und Erlenzeisig

 

 

Es reift im Garten

Reif auf einem Blatt

Es geht immer so schnell. Gerade erst werkelt man draußen noch im T-Shirt in den warmen Strahlen der Herbstsonne, dann auf einmal haben Kälte und Eis den Garten fest im Griff. Vergangenes Wochenende war es bei uns soweit, alles war mit Reif bedeckt und jede war Pfütze gefroren. Nun bin ich nicht gerade ein ausgesprochener Freund des Winters mit seinen frostigen Temperaturen. Doch tausend kleine Eiskristalle, die in der Sonne glitzern, das ist einfach ein bezaubernder Anblick.

Einige Tage sind nun vergangen und es ist nicht bei morgendlichem Reif geblieben. Der erste Schnee ist gefallen und ein kleiner Schneemann steht bereits in unserer Wiese. Wenn ich den Kachelofen anheize und nach draußen sehe, kann ich wirklich glauben, dass uns nur noch ein guter Monat von Weihnachten trennt.

Reif

 

 

Rettung eines Totengräbers

Gemeiner Totengräber

Der November ist heuer so warm, dass noch ungewöhnlich viele Insekten herumschwirren und -krabbeln. Einige Wespen sind noch an den restlichen Weintrauben zu finden, viele Mücken tanzen spätnachmittags noch im letzten Tageslicht und hin und wieder läuft einem noch ein Marienkäfer über den Weg.

Doch heute haben die Kinder einen besonders dicken Brocken gefunden: Dieser gemeine Totengräber (Nicrophorus vespillo) lief in Richtung Straße und musste natürlich sofort gerettet werden. Hier auf dem Foto sitzt er nun friedlich auf der Martinslaterne unseres Jüngsten und genießt offensichtlich die Sonnenstrahlen.

Gemeiner Totengräber ist ein recht grimmiger Name für einen so hübschen Käfer. Aber er trägt ihn zu Recht, denn bekanntlich ernährt er seine Brut mit den Kadavern kleinerer Tiere, die er in die Erde eingräbt. Vor vielen Jahren einmal konnte ich die Käfer bei dieser Arbeit beobachten; ich muss gestehen, ein klein wenig schauerlich fand ich es schon. Doch wie meine Oma stets sagte: In der Natur wird nichts verschwendet, alles hat seinen Sinn und Zweck.

Gemeiner Totengräber - Fotos und Größenvergleich

 

Meine Herbstmarmelade: Zierquitte trifft auf Granatapfel

Zierquitten

Gelb wie Zitronen leuchten die Zierquitten in unserem Garten und sind bereit für die Ernte. Das bedeutet, es ist wieder an der Zeit, leckere herbstliche Marmelade zu kochen!

Also kroch ich durch die dornigen Sträucher und holte die harten, duftenden Früchte von den Zweigen – aber nicht alle, einige dürfen selbstverständlich als winterlicher Proviant für Tiere hängen bleiben. Danach folgte eine etwas mühsamere Aufgabe, alle Zierquitten mussten geschält, halbiert und mit einem kleinen Löffel von den Kernen befreit werden.

Ich wollte noch ein anderes Obst dazu mischen, jedoch nicht die gleiche Marmelade wie letztes Jahr machen. Da fiel mein Blick auf einen Granatapfel, der noch in der Küche lag. Ich holte seine Kerne heraus und gab sie ebenfalls in den Topf.

Das alles kochte ich schön weich und pürierte es anschließend. Da die Konsistenz aber noch ziemlich fest und breiig war, kam kurzerhand noch Orangensaft dazu.  Das ergab dann für meine Marmelade folgende Mengen:

750 g Zierquitten
250 g Granatapfelkerne
500 ml Orangensaft
und die entsprechende Menge Gelierzucker
(ich nahm 2:1-Gelierzucker, davon 1,5 Packerl)

Mit etwas braunem Zucker musste ich noch abschmecken, denn unsere Zierquitten sind heuer irgendwie besonders sauer.

Als absoluter (Zier-)Quittenfan bin ich recht begeistert von der Marmelade. Sie ist schön säuerlich und mit leicht herber Note, so wie ich es gerne mag. Der Granatapfel war eine gute Ergänzung und gibt außerdem eine tolle Farbe. 🙂

 

Marmelade aus Zierquitten, Granatapfel und Orangensaft

 

 

Der Kürbis hat seinen großen Tag

Halloween Schnitzkürbis

Es ist die einzige Gartendekoration, die unseren Kindern wirklich wichtig ist: Um diese Zeit des Jahres muss ein leuchtender Kürbiskopf vor der Haustüre stehen. Unbedingt!
Aber es war viel zu tun, ständig musste ich diese Aufgabe vertagen. Die Kinder hatten schon Angst, sie müssten dieses Jahr auf ihr gruseliges Schnitzgemüse verzichten.
Pünktlich auf den letzten Tag habe ich es dann noch geschafft, heute konnte ich ihn fertigstellen.

Und weil die Kinder gerade so viel Freude in der Küche hatten, ging es gleich weiter: Wir machten wir uns einige Halloween-Kekse. Sozusagen als kleinen Vorgeschmack auf das Plätzchenbacken zu Weihnachten, das ja gar nicht mehr weit entfernt ist…

Halloween Kekse

Ganz egal ob ihr diese Tage mehr Wert auf Allerheiligen, Reformationstag, Halloween, Samhain, Hallowmas oder etwas anderes legt: Ich wünsche euch allen eine gute Zeit!

Do it yourself: Waschmittel aus Kastanien

Kastanienwaschmittel

Ich gestehe es:
Wenn es um Kastanien geht, bin ich kein Stückchen erwachsen geworden.

Jeden Herbst, wenn sie endlich von den Bäumen fallen, freue ich mich wie damals in meiner Kindheit. Und seit all diesen Jahren habe ich eine persönliche Tradition: Von den ersten gefundenen Kastanien suche ich mir eine besonders interessante aus, die als Handschmeichler in meiner Jackentasche landet. Dort freut sie mich, so oft sie mir in die Finger gelangt, und begleitet mich bis weit in den nächsten Frühling hinein, bis schließlich steigende Temperaturen die Jacke überflüssig machen.

Das Sammeln der Kastanien unternehme ich heute zusammen mit meinen Kindern, die nicht weniger begeistert sind als ich. In der angenehmen Wärme der Herbstsonne ziehen wir los, durch goldenes, raschelndes Laub und suchen unsere Beute. Danach kann mit den Kastanien nach Herzenslaune gespielt, gebastelt und dekoriert werden.

Aber es gibt da noch eine andere Verwendungsmöglichkeit von Kastanien, wie ich vor längerer Zeit fasziniert herausfand: Sie enthalten Saponine und erzeugen ein hervorragendes Waschmittel. Drei bis fünf Kastanien, klein geschnitten und zumindest grob geschält, gebe ich dafür über Nacht in ein Marmeladenglas voller Wasser. Am nächsten Tag ist die Flüssigkeit im Glas milchig und schäumt. Sie kann einfach abgegossen werden und ist bereit für die Wäsche.

Duft und Wasserenthärter sind freilich noch nicht enthalten, es handelt sich ja schließlich um kein Vollwaschmittel aus dem Supermarkt. Das Kastanienwaschmittel hält sich auch nur wenige Tage frisch. Aber ich bekomme mit ihm meine Wäsche gut sauber, selbst die Gartenhosen der Kinder. Meistens zumindest… 😉

 

Selbstgemachtes Kastanienwaschmittel

 

Ein Unterschlupf für den Igel

Igelhaus

Der Herbst ist eine betriebsame Zeit im Garten. Es ist viel zu tun, bevor der Winter kommt: Neue Sträucher können gepflanzt werden, alte werden zurückgeschnitten, welkende Stauden und gefallenes Laub verlangen nach Aufmerksamkeit. Aber in diesem Herbst nahm ich mir nicht nur für meine Pflanzen Zeit, sondern konnte auch endlich ein Projekt für Tiere umsetzen, das ich schon lange im Sinn hatte.

Zwischen zwei besonders dichten Sträuchern unseres Gartens ist ein meiner Ansicht nach idealer Ort für einen Igel-Unterschlupf. Dichte Zweige schirmen die Stelle nach fast allen Seiten gut ab und halten sie erstaunlich trocken. Also nahm ich mir alte Pflanzsteine, Platten und Natursteine zur Hand und schuf dort diese Höhle.

Versteckt hinter den Steinen stützt ein abgewinkeltes Stück Metall die Steinplatte über dem Eingang, damit diese nicht einstürzt. Darunter führt der Weg im 90°-Winkel in die Höhle hinein, dadurch soll Katzen der Zutritt erschwert werden.

Damit das kleine Haus auch zur kalten Winterszeit möglichst behaglich ist, dichtet ein Streifen aus robuster Teichfolie die Ritzen ab und das Innere ist mit trockenem Moos und Laub gepolstert.

In den nächsten Tagen werde ich die Stabilität nochmals überprüfen und die Isolierung optimieren. Danach bleibt nur zu hoffen, dass einer der Igel, die durch unseren Garten streifen, mit dem Unterschlupf etwas anfangen kann. Dies ist mein erster Versuch, etwas Derartiges zu bauen – mal sehen, ob die Igel damit einverstanden sind…

Buchsbaum ade

Buchsbaum

Es war einmal eine nette kleine Beeteinfassung aus Buchs.
Im Sommer wie im Winter sah sie schön aus, dunkelgrün und glänzend. Praktisch war sie auch: Zuverlässig und standhaft hielt sie alle Fußballschüsse der Kinder (zumindest die niedrigen) von den dahinter liegenden Stauden ab.

Aber dann zeichnete sich schon früh in diesem Sommer ein drohendes Unheil ab: Abends zogen die Lichter an unserem Haus große Mengen schwarz und weiß gefärbter Nachtfalter an. Ich kannte die Art und mir schwante nichts Gutes. „Buchsbaum ade“ weiterlesen

Ein Meer von Zwetschgen

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Ich sah in den vergangenen Wochen nur noch blau im Garten!
Einige Jahre hatten wir eher geringe Ernten; in einer Saison gab es gar insgesamt nur fünf Früchte, das bedeutet nur eine einzige für jeden in der Familie.
Aber dieser Sommer macht das alles mehr als wett! Unser Zwetschgenbaum trägt heuer eine Rekordernte und seine Äste ächzen unter der Last. Wir hätten mitzählen sollen, wie viele Wäschekörbe voller Zwetschgen es waren, die wir bislang geerntet haben. Pflücken, pflücken und nochmals pflücken – und noch immer hängen weitere Früchte am Baum! Da stellt sich uns die drängende Frage:

Wohin mit all den Zwetschgen?

So lecker sie auch sind, man kann diese Massen einfach nicht roh und frisch vom Baum essen. Nach dem einen oder anderen Brainstorming fand unsere blaue Flut auf folgende Art und Weisen eine sinnvolle Verwertung: „Ein Meer von Zwetschgen“ weiterlesen

Essig mit Kräutern und Kornelkirschen

Selbstgemachter Kräuteressig und Kornelkirschenessig

Wenn die Kornelkirschen reif werden, ist es für mich an der Zeit, mein Essig-Sortiment zu erweitern. Jedes Jahr mische ich mir mit besagten Früchten und meinen sonnengereiften Kräutern aus dem Garten die unterschiedlichsten, leckeren Sorten zusammen.

Auch heuer ist es wieder soweit. Dieses Mal verwende ich dafür erstmals verdünnte Essigessenz (1 Teil mit 25%iger Säure zu 4 Teilen Wasser), während ich früher primär zu Apfelessig gegriffen habe. Ich bin gespannt, ob die Essenz dem Apfelessig das Wasser reichen kann und ebenso gut schmecken wird!  „Essig mit Kräutern und Kornelkirschen“ weiterlesen

Hochzeitsnacht der Tigerschnegel

Tigerschnegel

Ich hatte zwar davon gehört, es aber zuvor niemals selbst gesehen.
Doch neulich Nacht wurde ich dann gleich zweifach Zeugin der ganz besonderen Paarung der Tigerschnegel.

Was daran so besonders sein soll, fragt ihr euch? Ich möchte es euch gerne verraten, doch zunächst eine kleine Warnung: Wer beim Anblick von Nacktschnecken eher Ekel empfindet, sogar bei dieser hübsch gemusterten Art, der liest ab hier am besten nicht weiter. Für alle anderen… „Hochzeitsnacht der Tigerschnegel“ weiterlesen