Die dunkle Seite des Gartens

Es begann alles vor Jahren mit einem Schrei nachts vor dem Schlafzimmerfenster, der uns jäh hochschrecken ließ. Es war ein schrilles Kreischen und so laut, dass unsere Herzen wild klopften. Aber welches Tier wohl der Verursacher war, konnten wir niemals herausfinden.

Auch konnten wir in der Vergangenheit manchmal Rufe von Eulen im Garten hören oder sogar das ein oder andere Gewölle finden – gesehen haben wir sie aber nie.

All dies erzählte ich einmal einer lieben Verwandten und als Ergebnis überraschte man mich zu meinem Geburtstag mit einer Wildkamera. Damit sollte meine Neugier darüber, wer und was nachts durch unseren Garten geisterte, gestillt werden.

Die Kamera ist seit letztem Frühling im Einsatz und sie ist ein wirklich nettes Spielzeug. Die Nachtaufnahmen sind nicht gestochen scharf, reichen aber für unsere Zwecke voll und ganz aus. Doch ich will euch nicht länger auf die Folter spannen, hier ist ein kleiner Teil unserer Foto-Ausbeute aus der Finsternis: „Die dunkle Seite des Gartens“ weiterlesen

Werbeanzeigen

Neulich in den Bergen

Berge

Es ist Sommer und das Wetter meint es oft genug gut mit uns. Das bedeutet, dass wir viel draußen unterwegs sind. Mit den Alpen quasi vor der Haustür liegt es natürlich nahe, wohin es uns zieht. Also werden bei Wochenende und blauem Himmel die Rucksäcke gepackt und es geht los.

Für mich jedes Mal aufs Neue faszinierend ist die Flora und Fauna, die einem begegnet. Ich kann noch so sehr versuchen, die Artenvielfalt im Garten zu fördern – an die hier draußen in freier Wildbahn kann ich niemals herankommen. Aber seht selbst: „Neulich in den Bergen“ weiterlesen

Invasion der Distelfalter

Distelfalter am Sommerflieder

Wo kommen die nur alle her?
Wo ich draußen auch gehe und stehe, bin ich quasi umzingelt von ihnen. Sie sitzen auf Blüten und Blättern, sonnen sich an der Hauswand, schwirren um meinen Kopf herum.

Wie mir neulich zu Ohren kam, wurde selbst im Radio über das derzeitige Massenauftreten der Distelfalter berichtet. Es muss wahrhaftig ein gutes Jahr für sie sein.

Ich freue mich jedenfalls, dass ich im Moment so viele der großen, hübschen Schmetterlinge beobachten kann. Besonders an den Blüten des Sommerflieders kann man ihnen von früh bis spät zusehen, da wimmelt es geradezu von ihnen.

Distelfalter

Kugeldisteln: Das Buffet ist eröffnet

Bienen an Kugeldisteln
Echinops ritro

Unsere Kugeldisteln öffnen ihre Blüten. Für Insekten ist das in etwa das Äquivalent eines All-you-can-eat-Buffets. Dementsprechend groß ist die Horde hungriger Nektarsammler, die sich nach ihrem Aufblühen einfindet. „Kugeldisteln: Das Buffet ist eröffnet“ weiterlesen

Hornissen und ihre Liebe zum Flieder

Hornisse (Vespa crabro)Neulich im Vorbeigehen konnte ich einen einzelnen Satz aus einem Gespräch aufschnappen: „Wir können nicht auf der einen Seite die Bienen retten wollen und auf der anderen Seite die Hornissen ausrotten.“ Ein wahres Wort und passend zu der Begebenheit aus unserem Garten, von der ich heute erzählen möchte. „Hornissen und ihre Liebe zum Flieder“ weiterlesen

Hummelschwärmer gesichtet

Hummelschwärmer
Klicken für ein größeres Bild

Das Taubenschwänzchen kennt fast jeder. Wie ein Kolibri summt es jetzt im Sommer zwischen den Blüten hin und her und saugt dabei im Flug Nektar mit seinem langen Rüssel. Dabei ist es aber natürlich kein Vogel, sondern ein Schmetterling aus der Familie der Schwärmer.

Aber hoppla, wer war da neulich bei uns am Sommerflieder unterwegs? Grün statt braun? Das konnte kein Taubenschwänzchen sein!

Ein Hummelschwärmer war’s. Ein passender Name, denn seine Lautstärke im Flug erinnert tatsächlich an die einer dicken, fetten Hummel. Ein wahrer Prachtkerl mit seiner olivgrünen Farbe und seinen rot umrandeten Flügeln!

Schwalbenschwanz-Kinderstube

Raupe Schwalbenschwanz
Klicken für ein größeres Bild

Der Schwalbenschwanz ist ein Heimlichtuer. Er lässt sich nur höchst selten bei uns im Garten blicken. Aber dennoch finde ich jedes Jahr seine Raupen. Ganz heimlich still und leise muss er also hier seine Eier legen.

Ich hätte mehrere geeignete Pflanzen für ihn im Angebot, zum Beispiel etliche wilde Möhren. Der Fenchel ist aber sein auserkorener Liebling, nur ihn sucht er sich als Kinderstube für seinen Nachwuchs aus.

Heuer haben wir leider nur eine relativ kleine Fenchel-Pflanze. Ich kann nur hoffen, dass die Raupen davon satt werden. Aber sie sehen eigentlich schon groß und gut genährt aus: Die anfangs kleinen, dunklen Tierchen haben sich zu dicken, grünen (oder weißen) Brummern entwickelt. Es sind wirklich prächtige Raupen, passend für einen so hübschen Schmetterling.

Zum Schluss noch ein Foto vom Schmetterling selbst. Es stammt nicht aus unserem Garten, sondern aus Südfrankreich. Dort waren die Falter weniger fotoscheu und ließen sich an diversen Stellen von mir ablichten.

Schwalbenschwanz

Asiatisches Comeback

Asiatischer Marienkäfer

Vielleicht erinnert sich mancher, dass ich im Frühjahr über die hohe Anzahl heimischer Marienkäfer in unserem Garten berichtet hatte (-> Siebenpunkt-Marienkäfer-Revival). Damals schien es fast, als wollten sich in diesem Jahr gar keine der asiatischen Verwandten blicken lassen.

Sie haben sich zugegebenermaßen Zeit gelassen, aber nun sind sie doch da. Dass es in diesem Jahr reichlich Blattläuse gibt, kommt ihnen natürlich gelegen. Deshalb haben sie in unserem heimgesuchten Gemüsebeet sozusagen ihr Hauptquartier aufgeschlagen. Wann immer ich dort vorbeigehe, sehe ich sie sitzen – suchen muss man sie nicht lange, dazu sind es zu viele Käfer.

Ihre Arbeit kann sich sehen lassen. Die Blattläuse wurden stark dezimiert, man kann jetzt eher von Individuen als von Kolonien sprechen.

Und andere Marienkäfer?
Sind noch da, ich finde verschiedene heimische Arten im Garten. Aber inzwischen ist das Mengenverhältnis wieder so wie in den vergangenen Jahren: Die asiatischen Käfer liegen zahlenmäßig klar in Führung.

Farbenvielfalt der asiatischen Marienkäfer
Asiatische Marienkäfer: Bunt, wandlungsfähig und immer hungrig

 

Neulich in Frankreich: Nashornkäfer

Nashornkäfer

Wir waren kürzlich einige Tage im wunderschönen Süden Frankreichs unterwegs, wohin es uns immer wieder zieht. Dabei bekamen wir ein besonderes Tier zu Gesicht und vor die Kamera.

Nashornkäfer mit GrößenvergleichNachts im Licht der Straßenlaternen kamen Nashornkäfer zum Vorschein.

Ich dachte ja beim ersten Käfer zunächst, da würde eine kleine Maus auf dem Boden sitzen. Doch aus der Nähe betrachtet entpuppte sich das Tierchen als Käfer von ziemlich beachtlicher Größe. Mit dem typischen Horn der Männchen war natürlich schnell erraten, um welche Art es sich dabei handelte.

Es blieb übrigens auch bei Männchen, ein Weibchen wollte sich uns niemals zeigen. Vielleicht waren sie zu schüchtern. 😉

Im Garten zu Hause hätte ich wohl (leider) lange und vergeblich darauf warten können, einmal einem Nashornkäfer zu begegnen. Damit wäre es also wieder einmal bestätigt: Reisen bildet.

 

 

 

Unsere „Lauchbiene“

Megachile in Winterhecken-Lauchzwiebel

Seit Jahren steht in unserem Beet eine leckere Winterheckenzwiebel, die ich den Bienen zuliebe regelmäßig blühen lasse. Nun wollte ich heute die verblühten Stängel abschneiden, damit die Pflanze ihre Kraft in neue Triebe steckt. Doch zum Glück hatte ich zuvor noch ein Gespräch mit einem unserer Jungs, der mir erzählte, dass darin eine Biene wohnen würde. „Unsere „Lauchbiene““ weiterlesen

Siebenpunkt-Marienkäfer-Revival

Siebenpunkt-MarienkäferÜber Jahre machten sie sich rar.
Asiatische Marienkäfer waren allgegenwärtig, aber die siebenpunktigen Verwandten musste ich schmerzlich vermissen.

Doch im Moment scheint sich der Spieß eher umgedreht zu haben, ich stolpere wieder ständig über die heimische Art.

Aber wo sind all die „Zuagroasten“ (in Hochdeutsch: die Zugezogenen) hin? Die asiatischen Käfer sind heuer bislang äußerst selten in unserem Garten. Vielleicht lag es am strengen Winter mit dem vielen Schnee? Oder der letzte Sommer war ihnen zu heiß und trocken? Vielleicht sind sie auch nur später dran und werden noch kommen? Wir werden es sehen. Auf alle Fälle gibt es genügend Blattläuse in unserem Garten, dass sie alle satt werden können.

Mittlerer Weinschwärmer als Hausgast

Mittlerer Weinschwärmer

Wir hatten einige Zeit lang einen Hausgast und das kam so:
Beim Umgraben im Gewächshaus kam in der Erde ein beachtlich großer Kokon zu Tage – kein Vergleich mit den Winzlingen der Kohlweißlinge, von denen wir so viele finden. „Mittlerer Weinschwärmer als Hausgast“ weiterlesen