Bergblumen

Frühlingsanzian (Gentiana verna)

In den Bergen ist der Boden karg und steinig, der Frühling kommt spät, der Winter ist schneereich und lang. Das sind harte Bedingungen für die dortige Flora. Viele Pflanzen sind klein, doch sie sind zäh und stehen an Schönheit ihren Kollegen aus den tieferen Gefilden in nichts nach. Es gibt auch solche, die man nur hier findet; sie haben in den Hochlagen ihre ökologische Nische gefunden, ihren persönlichen Platz.

Für alle Blumenfreunde unter euch folgt nun eine kleine Auswahl von

Alpenblumen, die ich besonders liebe:

 

Schusternagerl (Frühlingsenzian)

Ich fange an mit DER Bergblume schlechthin, zumindest meiner bescheidenen Meinung nach: Der Frühlingsenzian (Gentiana verna) oder, wie man bei uns sagt, Schusternagerl (sprich: „Schuastanagerl“).

Mal ist er dunkler, mal karibisch-hellblau, aber stets von einer unbeschreiblichen Leuchtkraft. Obwohl er niedrig wächst, ist er daher nicht zu übersehen.

Schon früh im Jahr erscheinen seine kleinen, blauen Sterne auf den Almwiesen, noch bevor die Kühe hinaufgetrieben werden.

 


Edelweiß (Leontopodium nivale)

Die wohl berühmteste Blume der Alpen dürfte das Edelweiß (Leontopodium nivale) sein. Es ist stark bedroht und daher nicht oft zu finden. Da es streng geschützt ist, wird es zum Glück nicht mehr so häufig gepflückt wie einst. Trotzdem habe ich schon einmal verbotenerweise ausgerissene Blüten gesehen, achtlos neben den Weg geworfen. Es verstehe einer Menschen, die in nahezu intakte Natur gehen, um dort geschützte Blumen auszureißen oder Plastikmüll zu hinterlassen…

 


Silberdistel (Carlina acaulis)

Ein weiteres Wahrzeichen der Berge ist die Silberdistel (Carlina acaulis). Sie drückt sich flach auf den Boden und schützt sich mit einem Kranz aus stacheligen Blättern. In deren Mitte strahlen ihre großen weißen Blüten, die selbst verblüht noch prächtig silbern glänzen.

Die Silberdistel ist genügsam, sie braucht nicht viele Nährstoffe. Zu finden ist sie auch noch in sehr hohen Lagen.

 


Schwertblättriges Waldvögelein

Das schwertblättrige Waldvögelein (Cephalanthera longifolia) ist ein zarter Vertreter der Orchideengewächse. Auch im tiefen Schatten des Waldes fanden wir viele Exemplare. Eine kleine Wildbiene freut sich hier über die Blüten.

 


Berg-Rose (Rosa pendulina)

Rosen-Sorten gibt es wie Sand am Meer. Ich liebe jedoch besonders die wilden, so wie diese Berg-Rose (Rosa pendulina): Eine schlichte Schönheit mit leuchtender Farbe und einem Duft, von dem man gar nicht genug bekommen kann. Sie braucht keine anspruchsvolle Pflege wie so manche Sorte im Garten, sondern wächst auch unter widrigen Umständen robust und gesund daher.

Als ungefüllte Wildform ist diese Rose eine Freude für Insekten. Später im Jahr freuen sich dann Vögel und andere Tiere über ihre Hagebutten.

 


Berg-Baldrian

Bei Baldrian denkt man zuerst wohl eher an Medizin, seit alters her verwendet man seine Wurzeln gegen Einschlafprobleme. Vielleicht kommt auch manchem sein strenger Geruch in den Sinn – den ich übrigens liebe, genau wie Katzen aber im Gegensatz zum Rest der Menschheit. Dabei hat der Baldrian aber mit seinen herrlichen weißen oder zartrosa Blüten mehr zu bieten. Dieser Berg-Baldrian (Valeriana montana) reckte seine in einem Gebirtstal auf ca. 1.300 Höhenmetern dem Himmel entgegen.

 


Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea)

Dem Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea) begegnet man häufig, wahrscheinlich ist er auf so gut wie jedem unserer Berge zu finden. Mit so vielen und so tiefblauen Blüten sticht er einem gleich ins Auge. Seine überhängenden Stängel mit zahlreichen Blüten zieren so manchen Wegesrand vom Tal bis hinauf zum Gipfel.

 


Alpen-Leinkraut (Linaria alpina)

Man muss genau hinsehen, um das Alpen-Leinkraut (Linaria alpine) zu bemerken. Es hat zwar eine auffallende Färbung, ist aber recht winzig. Ganz niedrig wächst es am Boden dahin. Es ist sehr zäh und genügsam, wächst oft mitten in Stein- und Schotterflächen.

 


Nun stelle ist fest, dass ich noch so zahlreiche Fotos anderer Alpenblumen habe, dass es den Rahmen hier sprengen würde. Vielleicht sollte ich bei Gelegenheit noch einen zweiten Teil zu diesem Beitrag erstellen. In der Zwischenzeit hier für euch noch einige Bilder aus den Bergen, von denen meine Bilder stammen. Zum Vergrößern der Fotos einfach anklicken.

 

 

3 Gedanken zu „Bergblumen

  1. Sehr schöner Querschnitt der „Bergblüher“, von denen eine, den gezeigten Enzianarten verwandte, auch in meinem Flachlandgarten blüht. Welche der über 300 Arten es ist, kann ich nicht sagen. Aber der Enzian mit seiner leuchtenden Farbe ist wohl in viele Gärten eingezogen.

    Gefällt 1 Person

    1. Da hast du mir etwas voraus: Ich kann den Enzian nur in den Bergen bewundern, im Garten sind alle meine Ansiedelungsversuche an den Schnecken gescheitert. Er scheint eine solche Delikatesse zu sein, dass er stets nach kürzester Zeit hinweggefressen war. Aber man muss ja nicht alles haben und es freut mich für dich, dass er bei dir blüht! 🙂
      LG Steffy

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